5. August 1927 - 1. Juli 2011  

Unzusammenhängend aus dem Zusammenhang innerhalb dieses Zeitraums, den ich so im Zusammenhang unzusammenhängend dokumentieren möchte, um mir die Zusammenhänge nachträglich zu verdeutlichen.

Carmen Nagel-Berninger

Autorin, Theater-Regisseurin, Musikerin

 

Sie dürfen jetzt keine chronologische Reihenfolge erwarten.       22. Dezember 2010. In der letzten Zeit passiert es mir immer häufiger, dass ich nach einem Gegenstand greifen will und der löst sich dann in Luft auf. Ärgerlich.  Das war aber noch vor dem 1. Juli.     25. Dezember 2010. Wir ziehen uns jetzt an, elegant, dann erkennt uns niemand, rufen ein Taxi  und dann hauen wir ab. Vorher bringen wir aber noch diesen schwabbeligen Pfleger um. Oder? Der andere ist ja ganz nett.  27. Dezember 2010. Es war zu anstrengend. Die haben mich gezwungen, die ganze Nacht zuzuschauen, wie die Rom gebaut haben. 28. Dezember 2010. Wie war die Nacht? Dunkel! Wissen Sie, was wir heute für einen Tag haben. Welches Jahr. Welche Jahreszeit. Wissen Sie, wie alt Sie sind. Wie sie heißen, Wie heißt die Straße, in der Sie wohnen. In welcher Stadt. Wissen Sie noch, wer ich bin. Es wäre mir sehr recht, wenn Sie jetzt wieder gehen würden. 29. Dezember 2010. Im rasenden Tempo Bilder, schau doch, warum schaust Du nicht. Jetzt ist es weg. Ich wollte doch, dass Du es anschaust.  Die Medikamente gegen die Halluzinationen helfen nicht.

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HHelmutelmHelmitut BerningererniHHelmutelmnger mit 31 JahrenüMünchennchenMünchen,17. Juni 1958erscMünchen, 17. Juni 1958hrift eingeben

München, 17. Juni 1958

Lieber Herr Dr. Sch.......,

Vielen Dank für Ihren Brief. Ich war sehr erfreut, über Ihren direkten Stil, den man sich ja so ohne weiteres nicht von unbekannter Seite her erwartet. Mein rechts und links Gucken im Kunstmarkt, glaube ich, ist für mich außer einer privaten Belastung ebensowenig schädlich, wie mein Orientieren im wissenschaftlichen Bereich. Ich möchte dazu setzen, dass ich meine künstlerische Sache weder von da noch von dort beziehen kann, und auch nicht bezogen habe. Ich habe sie zu einem Zeitpunkt in ihrem Fundament erarbeitet, als ich intellektuelles Denken als notwendig gar nicht empfand. Weniger um meinen Weg daraus zu speisen, als meinen Weg an den Erscheinungen der Umwelt zu prüfen, kam ich mit den jeweiligen Strömungen in Berührung. Dabei ist als Ausgangspunkt für mich ein vollkommener Traditionszusammenbruch zu sehen, den ich in den gesamten übrigen Vorgehensweisen in der Malerei vermisse, das heisst, ich sehe, dass in allem noch antiquierte Momente enthalten sind, und sei es nur noch die atmosphärische Assoziation, die als Kristallisationspunkt um eine Gestaltung von da aus aufbauen zu können, wirksam sind. Ich habe mein Unternehmen nicht aus modernistischen Ursachen, sondern von dem sich aus einer wahrhaftigen Arbeitsweise ergebenden Zusammenbruch all dieser antiquierten Momente aufgebaut, und sehe darin eine so ungeheure Chance, die Chance zu einer universellen Malerei, zu einer integralen künstlerischen Gestaltung, die ich sonst nirgends vorhanden finde, da jeder Rettungsversuch zu Wertungen der Vergangenheit hin, diese Chance blockiert. Diese Wertvoraussetzungen finde ich sogar noch bei Nay, den ich als den am weitesten vorgestoßen erkennen kann.      

 



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